Radschnellweg zwischen Aschaffenburg und dem Aschafftal
Mit dem Radschnellweg ins Aschafftal entsteht eine schnelle und sichere Radverbindung zwischen dem Aschaffenburger Zentrum und den Gemeinden Goldbach und Hösbach. Das gemeinsame Projekt der Stadt und des Landkreises Aschaffenburg soll insbesondere für den Alltagsradverkehr eine komfortable Alternative zum Auto schaffen und die Anbindung des Umlands an die Stadt verbessern.
Radschnellwege beziehungsweise Radschnellverbindungen bilden die höchste Netzkategorie im Radverkehr. Gerade durch Pedelecs und E-Bikes wird es für Pendlerinnen und Pendler zunehmend attraktiver, auch längere Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen. Radschnellverbindungen setzen genau hier an: Sie sind darauf ausgelegt, viele Radfahrende auch über längere Distanzen schnell, sicher und komfortabel ans Ziel zu bringen.
Im Mittelpunkt steht dabei nicht möglichst schnelles Fahrradfahren, sondern ein gleichmäßiges und möglichst unterbrechungsfreies Vorankommen. Dafür sorgen eine hochwertige und möglichst direkte Wegeführung, ausreichend breite Wege sowie eine sichere Verkehrsführung. Auch möglichst kurze Wartezeiten an Kreuzungen und Ampeln tragen dazu bei. Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmenden sollen dadurch auf ein Minimum reduziert werden.
Im Aschaffenburger Stadtgebiet lassen sich diese Anforderungen aufgrund der vorhandenen Straßenstruktur durch die Einrichtung von Fahrradstraßen umsetzen.
Grundlage für das Projekt bildet eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2019. Auf dieser Basis beschloss der Stadtrat die Umsetzung der Radschnellverbindung über die Platanenallee, die Deschstraße, die Deutsche Straße und den Lufthofweg.
Seitdem wurden bereits verschiedene Maßnahmen realisiert. So wurden die Deutsche Straße und die Deschstraße als Fahrradstraßen ausgewiesen und die Vorfahrtsregelungen zugunsten des Radverkehrs angepasst. Auch die Ampelschaltung am Hohenzollernring wurde verändert. Im Oktober 2022 erfolgte zudem die Verlängerung der Fahrradstraße über den Lufthofweg bis nach Goldbach. Auch dort wurde die Vorfahrtsregelung geändert.
Um die Entwicklung des Radverkehrs zu erfassen, wurde in der Deutschen Straße auf Höhe der Bushaltestelle Fasaneriestraße zudem eine Fahrradzählstelle eingerichtet. Die dort erhobenen Daten zeigen einen Anstieg der Radnutzung. Die ausgebaute Verbindung wird somit gut von Fahrradfahrenden angenommen.
Die Umsetzung des Radschnellweges ist allerdings noch nicht vollständig abgeschlossen. Weitere bauliche und gestalterische Maßnahmen sind geplant. Dazu zählen die Sanierung und Neuaufteilung der Platanenallee, die Sanierung der Deschstraße sowie eines Teilabschnitts der Deutschen Straße. Darüber hinaus soll die gesamte Fahrradstraße einheitlich neu markiert werden.
In einer Fahrradstraße hat der Radverkehr Vorrang. Radfahrende dürfen dort ausdrücklich nebeneinander fahren. Für alle Fahrzeuge gilt eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Autofahrerinnen und Autofahrer müssen besondere Rücksicht nehmen und ihre Geschwindigkeit gegebenenfalls weiter reduzieren.
Der Autoverkehr bleibt auf den betreffenden Straßen weiterhin zugelassen, allerdings nur im Rahmen der entsprechenden Beschilderung. Durch das Zusatzzeichen „Anlieger frei“ können beispielsweise Anwohnerinnen und Anwohner die Straßen weiterhin nutzen. Auch der entsprechende Lieferverkehr bleibt möglich. Der Durchgangsverkehr wird dadurch eingeschränkt, während der Radverkehr gezielt priorisiert wird.
Die Radschnellverbindung besitzt ein erhebliches Potenzial, Fahrten vom Auto auf das Fahrrad zu verlagern. Insbesondere für Pendlerinnen und Pendler könnte eine durchgängige und sichere Verbindung zwischen dem Aschafftal und dem Aschaffenburger Zentrum eine attraktive Alternative darstellen. Neben Arbeits- und Schulwegen ist die Strecke auch für Freizeitfahrten interessant.
Von einem höheren Radverkehrsanteil profitieren letztlich alle. Wenn mehr Menschen das Fahrrad statt des Autos nutzen, kann dies dazu beitragen, Staus sowie Lärm- und Schadstoffemissionen zu reduzieren.
Auch gesundheitliche Aspekte spielen eine Rolle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt mindestens 150 bis 300 Minuten moderate körperliche Aktivität pro Woche, um das Risiko für verschiedene Erkrankungen zu senken, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes und bestimmte Krebsarten.