Obernburg auf dem Weg zum Fairtrade-Town
Obernburg am Main verfolgt seit mehreren Jahren die Zertifizierung als Fairtrade-Town. Die Stadt engagiert sich schon seit einiger Zeit für fairen Handel und nachhaltigen Konsum und möchte ein Zeichen für soziale Verantwortung und gerechtere Handelsbedingungen weltweit setzen.
Das Thema beschäftigt engagierte Bürger:innen bereits seit 2019. Nachdem die Initiative zwischenzeitlich ins Stocken geraten war, wurde die Arbeitsgemeinschaft „FairTrade Obernburg“ wieder aktiviert und die Bewerbung der Stadt weiter vorangetrieben.
Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Zertifizierung ist die Beteiligung lokaler Unternehmen. Bereits 2021 hatten verschiedene Einzelhändler und gastronomische Betriebe ihre Bereitschaft signalisiert, faire Produkte in ihr Sortiment aufzunehmen. Zu Beginn des Jahres 2026 wurden diese Unternehmen erneut kontaktiert und gleichzeitig wurde ein neuer Aufruf gestartet. Die Rückmeldungen waren positiv und die Gespräche gehen weiter.
Mit dem angestrebten Titel möchte Obernburg sein bereits bestehendes Engagement für Nachhaltigkeit und globale Verantwortung sichtbar machen. Ziel der Initiative ist es, das Bewusstsein für faire Handelsstrukturen zu stärken und das Thema dauerhaft im öffentlichen Leben der Stadt zu verankern. Die Arbeitsgemeinschaft strebt an, dass Obernburg im Laufe des Jahres 2026 offiziell als Fairtrade-Town ausgezeichnet wird.
Immer mehr Kommunen engagieren sich aktiv für faire Handelsbedingungen weltweit. Im Rahmen der Fairtrade-Towns-Kampagne können sich unterschiedlichste Gebietseinheiten beteiligen – von Städten und Gemeinden über Landkreise bis hin zu Regionen oder sogar Bundesländern. Das Saarland wurde beispielsweise Ende 2025 als erstes offizielles Fairtrade-Bundesland ausgezeichnet. Bereits der erste Fairtrade-Town und die erste Fairtrade-University kamen aus dem Bundesland.
Voraussetzung für die Auszeichnung als Fairtrade-Town ist, dass eine Kommune fünf festgelegte Kriterien erfüllt. Diese machen sichtbar, wie stark das Thema fairer Handel in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens verankert ist – beispielsweise auch in der öffentlichen Beschaffung der Kommune. Die Initiative braucht aber auch konkretes Engagement vor Ort. Akteure aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft müssen zusammenkommen und sich gemeinsam für das Thema einsetzen.
Um als Fairtrade-Town ausgezeichnet zu werden, muss eine Kommune nachweislich bestimmte Kriterien erfüllen. Diese sind:
- Ratsbeschluss: Es gibt einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels. Gleichzeitig werden bei Sitzungen des Rates, der Ausschüsse und im Bürgermeisterbüro fair gehandelter Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel ausgeschenkt.
- Steuerunsgruppe: Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus mindestens drei Personen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, koordiniert die Aktivitäten vor Ort.
- Produkte: Abhängig von der Einwohneranzahl bietet eine bestimmte Anzahl an Geschäften, Cafés, Restaurants etc. vor Ort mindestens zwei Produkte aus fairem Handel an.
- Zivilgesellschaft: Schulen, Vereine sowie Kirchen-/Glaubensgemeinschaften o.Ä. sind ins Engagement eingebunden und bieten Produkte aus fairem Handel an bzw. setzen sich mit Informations- und Bildungskampagnen für das Thema ein.
- Medien- und Öffentlichkeitsarbeit: Die Steuerungsgruppe informiert über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in der Kommune.