Fairtrade-Town: Sulzbach
Seit 2020 trägt Sulzbach den Titel Fairtrade-Town und engagiert sich aktiv für fairen Handel und nachhaltigen Konsum. Gemeinsam mit verschiedenen Partnern werden Aktionen organisiert und ein Produkt des Monats vorgestellt, um das Bewusstsein für globale Gerechtigkeit und Verantwortung zu stärken. Ziel ist es, Menschen, Unternehmen, Vereine und Institutionen zum Mitmachen zu motivieren und zu zeigen, dass bereits kleine Veränderungen einen wichtigen Beitrag leisten können.
Auch im Alltag des Markts spielt Fairtrade eine wichtige Rolle. Im Rathaus werden bei Besprechungen fair gehandelter Kaffee, Tee und Zucker verwendet. Darüber hinaus kommen bei Veranstaltungen der Kommune – beispielsweise in der Kindersprechstunde, bei Schulbesuchen, beim Faschingsbesuch in den Kitas, beim Rathaussturm oder auf dem Weihnachtsmarkt – fair gehandelte Süßigkeiten zum Einsatz.
Auch andere öffentliche Einrichtungen wie Schulen, Kitas, die Seniorenbegegnungsstätte „Herbstlaub“ und die Bücherei nutzen vermehrt fair gehandelte Produkte. Zudem bieten der Vereinsring und verschiedene Ortsvereine bei Festen und Veranstaltungen Produkte aus fairem Handel an, darunter Kaffee aus dem örtlichen Weltladen. Dieser wird von einem ehrenamtlichen Team betrieben und hält eine große Auswahl fair gehandelter Waren bereit. Auch in Supermärkten, im Einzelhandel und in der Gastronomie vor Ort sind inzwischen einige Fairtrade-Produkte erhältlich oder im Einsatz.
Immer mehr Kommunen engagieren sich aktiv für faire Handelsbedingungen weltweit. Im Rahmen der Fairtrade-Towns-Kampagne können sich unterschiedlichste Gebietseinheiten beteiligen – von Städten und Gemeinden über Landkreise bis hin zu Regionen oder sogar Bundesländern. Das Saarland wurde beispielsweise Ende 2025 als erstes offizielles Fairtrade-Bundesland ausgezeichnet. Bereits der erste Fairtrade-Town und die erste Fairtrade-University kamen aus dem Bundesland.
Voraussetzung für die Auszeichnung als Fairtrade-Town ist, dass eine Kommune fünf festgelegte Kriterien erfüllt. Diese machen sichtbar, wie stark das Thema fairer Handel in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens verankert ist – beispielsweise auch in der öffentlichen Beschaffung der Kommune. Die Initiative braucht aber auch konkretes Engagement vor Ort. Akteure aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft müssen zusammenkommen und sich gemeinsam für das Thema einsetzen.
Um als Fairtrade-Town ausgezeichnet zu werden, muss eine Kommune nachweislich bestimmte Kriterien erfüllen. Diese sind:
- Ratsbeschluss: Es gibt einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels. Gleichzeitig werden bei Sitzungen des Rates, der Ausschüsse und im Bürgermeisterbüro fair gehandelter Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel ausgeschenkt.
- Steuerunsgruppe: Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus mindestens drei Personen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, koordiniert die Aktivitäten vor Ort.
- Produkte: Abhängig von der Einwohneranzahl bietet eine bestimmte Anzahl an Geschäften, Cafés, Restaurants etc. vor Ort mindestens zwei Produkte aus fairem Handel an.
- Zivilgesellschaft: Schulen, Vereine sowie Kirchen-/Glaubensgemeinschaften o.Ä. sind ins Engagement eingebunden und bieten Produkte aus fairem Handel an bzw. setzen sich mit Informations- und Bildungskampagnen für das Thema ein.
- Medien- und Öffentlichkeitsarbeit: Die Steuerungsgruppe informiert über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in der Kommune.