Arbeiter in Kolumbien. © Foto: Fairtrade-Foundation, Cesar David Martinez
© Foto: Steuerungsgruppe Fairtrade-Landkreis Miltenberg
Arbeiter in Kolumbien. © Foto: Fairtrade-Foundation, Cesar David Martinez
© Foto: Steuerungsgruppe Fairtrade-Landkreis Miltenberg
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Fairtrade-Town: Mömlingen

Mömlingen ist seit 2015 als Fairtrade-Town zertifiziert und setzt sich mit großem Engagement für den fairen Handel, Nachhaltigkeit und globale Gerechtigkeit ein.

Der faire Handel ist in Mömlingen breit in der Gemeinde verankert und wird von zahlreichen Unternehmen, Einzelhändlern, Vereinen, politischen Gruppen und Verbänden aktiv unterstützt. Eine tragende Rolle übernimmt dabei der Eine-Welt-Laden, der von rund 70 Ehrenamtlichen mit betrieben wird.

Zahlreichen Bildungsprojekte und Kooperationen der KJG Mömlingen setzen wichtige Impulse für ein bewusstes und verantwortungsvolles Handeln vor Ort. Gemeinsam mit Vereinen, Schulen und örtlichen Gewerbebetrieben konnten in den vergangenen Jahren Aktionen wie faire Frühstücksangebote, Rosenaktionen zum Weltladentag sowie eigens entwickelte Produkte wie die Mömlinger Fairtrade-Schokolade umgesetzt werden.

Ein bedeutender Meilenstein für dieses Engagement war die Anerkennung der KJG Mömlingen als „Eine-Welt-Station“ und als „Anlaufstelle für globales Lernen“. In diesem Rahmen wird das Ziel verfolgt, Themen des globalen und nachhaltigen Lernens dauerhaft in Kindertagesstätten und Schulen zu verankern. Pädagogische Fachkräfte sollen dabei gezielt unterstützt werden, indem praxisnahe Bildungsangebote sowohl in Präsenz als auch digital bereitgestellt werden. Ergänzend dazu sollen Fortbildungen für Erzieherinnen, Erzieher sowie Lehrkräfte stattfinden. 

Ein besonderes Aushängeschild der Gemeinde ist außerdem das FairFestival, das alle zwei bis drei Jahre im Königswald stattfindet. Das Kultur- und Bildungsfestival wird von einem ehrenamtlichen Team in Trägerschaft der Gemeinde organisiert und widmet sich den Themen fairer Handel, Nachhaltigkeit und Geschlechtergerechtigkeit. Mit Vorträgen, Informationsständen, Workshops etc. bietet das Festival Besucher:innen aller Altersgruppen die Möglichkeit, sich zu informieren, praktische Ideen für den Alltag mitzunehmen und sich in angenehmer Atmosphäre auszutauschen. 

Darüber hinaus bestehen langjährige internationale Partnerschaften, etwa zwischen der KJG Mömlingen und der Uvikanjo in Lupanga und Mlangali sowie zwischen der Hans-Memling-Grundschule und einer Grundschule im tansanischen Mdete.

Immer mehr Kommunen engagieren sich aktiv für faire Handelsbedingungen weltweit. Im Rahmen der Fairtrade-Towns-Kampagne können sich unterschiedlichste Gebietseinheiten beteiligen – von Städten und Gemeinden über Landkreise bis hin zu Regionen oder sogar Bundesländern. Das Saarland wurde beispielsweise Ende 2025 als erstes offizielles Fairtrade-Bundesland ausgezeichnet. Bereits der erste Fairtrade-Town und die erste Fairtrade-University kamen aus dem Bundesland.

Voraussetzung für die Auszeichnung als Fairtrade-Town ist, dass eine Kommune fünf festgelegte Kriterien erfüllt. Diese machen sichtbar, wie stark das Thema fairer Handel in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens verankert ist – beispielsweise auch in der öffentlichen Beschaffung der Kommune. Die Initiative braucht aber auch konkretes Engagement vor Ort. Akteure aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft müssen zusammenkommen und sich gemeinsam für das Thema einsetzen.

Um als Fairtrade-Town ausgezeichnet zu werden, muss eine Kommune nachweislich bestimmte Kriterien erfüllen. Diese sind:

  1. Ratsbeschluss: Es gibt einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels. Gleichzeitig werden bei Sitzungen des Rates, der Ausschüsse und im Bürgermeisterbüro fair gehandelter Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel ausgeschenkt. 
  2. Steuerunsgruppe: Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus mindestens drei Personen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, koordiniert die Aktivitäten vor Ort.
  3. Produkte: Abhängig von der Einwohneranzahl bietet eine bestimmte Anzahl an Geschäften, Cafés, Restaurants etc. vor Ort mindestens zwei Produkte aus fairem Handel an.
  4. Zivilgesellschaft: Schulen, Vereine sowie Kirchen-/Glaubensgemeinschaften o.Ä. sind ins Engagement eingebunden und bieten Produkte aus fairem Handel an bzw. setzen sich mit Informations- und Bildungskampagnen für das Thema ein.
  5. Medien- und Öffentlichkeitsarbeit: Die Steuerungsgruppe informiert über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in der Kommune.