Fairtrade-Town: Miltenberg
Seit 2018 gilt Miltenberg offiziell als Fairtrade-Stadt. Das Engagement in der Kommune ist vielfältig. Einige Beispiele erfolgreicher Projekte aus den letzten Jahren beeinhalten den Miltenberger „Coffee Stop“ – die faire Kaffeepause vom Weltladen und Jugendhaus St. Kilian, den Fairtrade Stand der Grundschule Miltenberg am MainFest, die Aktion „Gib Kleidung eine zweite Chance!“ des AK Fairtrade des Johannes-Butzbach-Gymnasiums sowie die „Gute Schokolade“ mit Stadtmotiven. Zusätzlich werden in vielen Geschäften, Cafés und Restaurants Produkte aus fairem Handel angeboten.
Mehr als 935 Kommunen wurden bislang als Fairtrade-Stadt ausgezeichnet – eine davon ist Miltenberg. Mit dem Weltladen gibt es vor Ort auch ein dauerhaft sichtbares Zeichen für den gelebten fairen Handel. Eine Liste der Geschäfte, Gastronomiebetriebe, Schulen, Vereine, Kirchengemeinden und öffentlichen Einrichtungen, die sich in Miltenberg für fairen Handel einsetzen, findest Du auf der Website der Kommune.
Immer mehr Kommunen engagieren sich aktiv für faire Handelsbedingungen weltweit. Im Rahmen der Fairtrade-Towns-Kampagne können sich unterschiedlichste Gebietseinheiten beteiligen – von Städten und Gemeinden über Landkreise bis hin zu Regionen oder sogar Bundesländern. Das Saarland wurde beispielsweise Ende 2025 als erstes offizielles Fairtrade-Bundesland ausgezeichnet. Bereits der erste Fairtrade-Town und die erste Faitrade-University kamen aus dem Bundesland.
Voraussetzung für die Auszeichnung als Fairtrade-Town ist, dass eine Kommune fünf festgelegte Kriterien erfüllt. Diese machen sichtbar, wie stark das Thema fairer Handel in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens verankert ist – beispielsweise auch in der öffentlichen Beschaffung der Kommune. Die Initiative braucht aber auch konkretes Engagement vor Ort. Akteure aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft müssen zusammenkommen und sich gemeinsam für das Thema einsetzen.
Um als Fairtrade-Town ausgezeichnet zu werden, muss eine Kommune nachweislich bestimmte Kriterien erfüllen. Diese sind:
- Ratsbeschluss: Es gibt einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels. Gleichzeitig werden bei Sitzungen des Rates, der Ausschüsse und im Bürgermeisterbüro fair gehandelter Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel ausgeschenkt.
- Steuerunsgruppe: Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus mindestens drei Personen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, koordiniert die Aktivitäten vor Ort.
- Produkte: Abhängig von der Einwohneranzahl bietet eine bestimmte Anzahl an Geschäften, Cafés, Restaurants etc. vor Ort mindestens zwei Produkte aus fairem Handel an.
- Zivilgesellschaft: Schulen, Vereine sowie Kirchen-/Glaubensgemeinschaften o.Ä. sind ins Engagement eingebunden und bieten Produkte aus fairem Handel an bzw. setzen sich mit Informations- und Bildungskampagnen für das Thema ein.
- Medien- und Öffentlichkeitsarbeit: Die Steuerungsgruppe informiert über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in der Kommune.