Fairtrade-Town: Erlenbach
Seit 2017 zählt die Stadt Erlenbach am Main zu den Fairtrade-Towns. Damit bekannte sich die Kommune früh zu verantwortungsvollem und nachhaltigem Handeln im eigenen Wirkungskreis. Ziel war und ist es, den fairen Handel vor Ort zu stärken und zugleich ein sichtbares Zeichen für globale Gerechtigkeit und nachhaltigen Konsum zu setzen.
Das Engagement der Stadt wurde 2025 erneut durch eine erfolgreiche Rezertifizierung bestätigt: Erlenbach am Main erfüllt weiterhin alle fünf Kriterien der Fairtrade-Towns-Kampagne und darf den Titel Fairtrade-Stadt für weitere zwei Jahre tragen.
Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft arbeiten eng zusammen und setzen sich gemeinsam für sozial gerechte und umweltbewusste Handelsstrukturen ein. Eine Liste der Geschäfte, Gastronomiebetriebe, Schulen, Vereine, Kirchengemeinden und öffentlichen Einrichtungen, die sich im Ort für fairen Handel einsetzen, findest Du auf der Website der Kommune.
Das Engagement in Erlenbach zeigt sich zudem in zahlreichen Aktivitäten und Projekten. Dazu gehören unter anderem der örtliche Weltladen, die „Faire Meile“ auf dem Herbstmarkt, Kooperationen mit Schulen sowie ein Informations- und Verkaufsstand mit fair gehandelten Produkten auf dem Weihnachtsmarkt.
Auch bei der kommunalen Beschaffung spielen Fairtrade-Kriterien eine zentrale Rolle. So werden in der Stadtverwaltung sowie in vielen örtlichen Unternehmen Produkte unter sozialen, ökologischen und wirtschaftlich fairen Gesichtspunkten ausgewählt.
Immer mehr Kommunen engagieren sich aktiv für faire Handelsbedingungen weltweit. Im Rahmen der Fairtrade-Towns-Kampagne können sich unterschiedlichste Gebietseinheiten beteiligen – von Städten und Gemeinden über Landkreise bis hin zu Regionen oder sogar Bundesländern. Das Saarland wurde beispielsweise Ende 2025 als erstes offizielles Fairtrade-Bundesland ausgezeichnet. Bereits der erste Fairtrade-Town und die erste Fairtrade-University kamen aus dem Bundesland.
Voraussetzung für die Auszeichnung als Fairtrade-Town ist, dass eine Kommune fünf festgelegte Kriterien erfüllt. Diese machen sichtbar, wie stark das Thema fairer Handel in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens verankert ist – beispielsweise auch in der öffentlichen Beschaffung der Kommune. Die Initiative braucht aber auch konkretes Engagement vor Ort. Akteure aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft müssen zusammenkommen und sich gemeinsam für das Thema einsetzen.
Um als Fairtrade-Town ausgezeichnet zu werden, muss eine Kommune nachweislich bestimmte Kriterien erfüllen. Diese sind:
- Ratsbeschluss: Es gibt einen Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels. Gleichzeitig werden bei Sitzungen des Rates, der Ausschüsse und im Bürgermeisterbüro fair gehandelter Kaffee sowie ein weiteres Produkt aus fairem Handel ausgeschenkt.
- Steuerunsgruppe: Eine Steuerungsgruppe, bestehend aus mindestens drei Personen aus Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft, koordiniert die Aktivitäten vor Ort.
- Produkte: Abhängig von der Einwohneranzahl bietet eine bestimmte Anzahl an Geschäften, Cafés, Restaurants etc. vor Ort mindestens zwei Produkte aus fairem Handel an.
- Zivilgesellschaft: Schulen, Vereine sowie Kirchen-/Glaubensgemeinschaften o.Ä. sind ins Engagement eingebunden und bieten Produkte aus fairem Handel an bzw. setzen sich mit Informations- und Bildungskampagnen für das Thema ein.
- Medien- und Öffentlichkeitsarbeit: Die Steuerungsgruppe informiert über die Aktivitäten zum Thema Fairtrade in der Kommune.